Tomáš Baťa Schuhfabrik
Der tschechische Schuhmagnat Tomáš Bata kauft am 20. November 1930 ein 600 Hektar großes Grundstück in Otmę und beginnt mit dem Bau einer der modernsten Schuhfabriken in Europa. Bis 1931 produziert die Fabrik 2.000 Paar Schuhe pro Tag. Die Fabrik ist in einer neu gebauten Produktionshalle untergebracht, und bis 1935 werden weitere Hallen und andere Gebäude wie ein Kesselhaus und Büros errichtet. Die Zahl der Beschäftigten steigt schnell an und beträgt 1937 bereits 1.800. Das Werk stellt zu diesem Zeitpunkt 3,7 Millionen Paar Schuhe pro Jahr her. Tomasz Bata investiert, wie es sich für einen modernen Unternehmer gehört, in seine Mitarbeiter. In Otmet entsteht eine Arbeitersiedlung für die Familien, die in der Fabrik arbeiten. Für die Junggesellen werden Hotels gebaut. In der Fabrik gibt es eine Kantine, in der die Arbeiter eine preiswerte Mahlzeit kaufen können. Im Gegenzug erwartet das Unternehmen von den Arbeitern, dass sie zuverlässig und loyal gegenüber dem Unternehmen sind. Im Jahr 1934 unterstützt die Fabrik die Einrichtung einer modernen Schule in Otmęt, und zwischen 1936 und 1937 wird ein großer Freizeit- und Sportkomplex gebaut, der das kleine Dorf Otmęt vom Rest des Landes abhebt. Infolgedessen wächst die Einwohnerzahl von Otmęt rasch von etwa 1.000 im Jahr 1910 auf fast 3.000 im Jahr 1938. Im selben Jahr werden die Fabriken von den deutschen Behörden verstaatlicht. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlieren die Baťa-Fabriken ihren damaligen Besitzer und es wird die Schlesische Lederindustrie-Fabrik "Otmęt" gegründet, die bis 1999 tätig war.