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Aus den historischen Karten

Krapkowice_XVII w..jpeg Die Geschichte unserer Stadt reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück und ist eng mit den Geschichten zweier Siedlungen verbunden, die heute verwaltungsmäßig eine Stadt – Krapkowice bilden. Im Mittelalter entstanden an beiden Seiten der Oder - neben der Flussmündung von Osobłoga - Krapkowice (am linken Ufer) und Otmęt (am rechten Ufer der Oder). Jahrhunderte lang waren es gesonderte und eindeutig vom Charakter verschiedene Ortschaften. Otmęt war eine alte Fischersiedlung. Sie wurde 1223 zum ersten Mal als Ocnant – ein Klosterdorf im Besitz der Zisterzienser aus Jemielnica - urkundlich erwähnt. 1302 erschien dieser Ortschaft als Othmant. Der Name der Stadt Krapkowice leitet sich vom Personennamen Chrapek ab, deswegen lautete der ursprüngliche Name der Ortschaft Chrapkowice (1204), später Crapicz, Crapkowitz, Krappitz (1294). Schon im Mittelalter wies die Sieldung einen städtischen Charakter auf, und die Nähe zum Fluss sowie die von überall her zusammentreffenden Straßenwege machten Krapkowice zum wichtigen Handelszentrum.

Obwohl Krapkowice 1294 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde, kann anhand von archäologischen Untersuchungen festgestellt werden, dass sich schon viel früher organisierte Gesellschaften in diesen Gebieten aufgehalten haben. Entscheidend dabei waren die günstigen natürlichen Verteidigungsbedingungen. Den Zugang zu diesem Ort schützten seit den ältesten Zeiten zwei Flüsse und Moore.

In der Antike verlief in der Region von Krapkowice der Bernsteinweg, welcher das Römische Kaiserreich mit der Ostsee verband. Hier kreuzten sich auch die in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Handelswege aus Skandinavien zum Balkan mit den vom Osten nach Westen führenden Handelswegen. Römische Händler haben Leder und Feldfrüchte auf unseren Gebieten erworben. Vielleicht ist die erste Ansiedlung schon in den Römerzeiten, hier auf diesem Handelsweg, im ältesten Teil von Krapkowice entstanden. Die Archäologen haben während der Ausgrabungen die Überreste von halben Erdhütten und Feuerstätten aus der Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert unserer Zeitrechnung gefunden. An einigen Stellen von Krapkowice wurden Bruchstücke von Steinzeuggeschirr aus der Zeit zwischen dem 9. und 11. Jahrhundert, d.h. aus dem Frühmittelalter ausgegraben. Diese Ausgrabungen bestätigen eine zeitlich ununterbrochene Fortdauer der Siedlung durch das ganze Mittelalter. Die hiesige Bevölkerung beschäftigte sich in dieser Zeit vorwiegend mit der Fischerei, Flößerei, dem Handel und Ackerbau.

Marktplatz in Krapkowice_1936.jpeg Städtische Rechte nach magdeburgschem Recht erhielt Krapkowice höchstwahrscheinlich schon 1275 vom Oppelner Fürsten Władysław. Aus dieser Zeit ist jedoch keine Urkunde erhalten, die diese Tatsache bestätigen würde. Als das richtige Datum der Stadtgründung wird das 1294 angesehen. Aus dieser Zeit stammt die älteste erhaltene Urkunde, in der Bolesław I., der Sohn von Władysław, 8 Morgen Weide zwischen dem Osobłoda Fluss und der Oder sowie die Fischfanggebiete in den nahe liegenden Teichen an die Einwohner „"cives de Crapicz" zur Verfügung stellte. Dafür war die Stadt verpflichtet, Gebühren in Höhe von 14 Talern jeweils am Martinstag, den 11. November zu entrichten. Eine weitere Urkunde, in der das Bestehen von Krapkowice bestätigt wird, ist das so genannte Register des Ujester Halts aus den Jahren 1295-1303, wo die Stadt neben anderen Städten erwähnt wird.

Ruinen der Ritterburg, Kirche Mariä Himmelfahrt in Otmęt.jpeg Im nahe gelegenen Otmęt befand sich schon damals das Schloss. Es wird vermutet, dass es im 13. Jahrhundert dem Templerorden gehörte. Die Siedlung besaß die 1223 urkundlich erwähnte Kirche Mariä Himmelfahrt. Im Zeitraum vom 1316 bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts war Otmęt der Sitz des Geschlechts Strzelów. Es handelt sich um ein oberschlesisches Geschlecht, das in Polen auch als Strzałowie des Wappens Kotwicz bekannt war. 1514 wurde Otmęt vom Łukasz Buchta von Buchtitz erworben, der sich des Wappens Odrowąż bediente. Die Familie Buchta stammte aus der Gegend von Strzelin in Niederschlesien. Ca. 1515 wurde das alte, mittelalterliche Schloss zu einer adeligen Renaissanceresidenz vom neuen Eigentümer umgebaut. Nach dem Tod von Łukasz Buchta im Jahre 1532 wurde Otmęt von seinem ältesten Sohn – Joachim, der den Beinamen „Bilicki“ trug, geerbt. 1632 hat Judyta von Czettritz, die Witwe nach dem letzten Jerzy Buchta, die Ortschaft Otmęt weiter verkauft. In späteren Jahren gehörte Otmęt vielen schlesischen Geschlechtern – in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert war Otmęt fast 50 Jahre das Eigentum des Geschlechts v. Larisch, und später der Grafen von Pückler, von Thun, Martini u.a.

Das Schloss in Krapkowice, Die Kirche des Heiligen Nikolaus in Krapkowice.jpeg Seit dem Anfang der Stadtgeschichte wurde die Verwaltung und das Gerichtswesen in Krapkowice dem Gemeindevorsteher und den 7 Schöffen überlassen, die aus den Einwohnern ausgewählt wurden. Im Laufe der Zeit wurde die Stadtverwaltung gegründet. Anfangs wurden die Ratsmitglieder und der Bürgermeister durch den Landbesitzer ausgewählt. Darüber informiert eine Urkunde vom Jahre 1406, in der zum ersten Mal das Stadtwappen – Hälfte eines goldenen Adlers und Hälfte eines silbernen Rades auf blauem Hintergrund – dargestellt wird. Im 14. und 15. Jahrhundert, als die Stadtregierung von dem achtenswerten Bürgergeschlecht ausgeübt wurde, sind ein Krankenhaus und eine Schule gegründet worden. 1401-1425 wurde die Kirche des Heiligen Nikolaus erweitert.

Das Schloss in Krapkowice.jpeg Die Stadt änderte mehrmals ihre politische und verwaltungsmäßige Zugehörigkeit. Seit Anbeginn der Zeiten gehörte Krapkowice zum Fürstentum Oppeln (Księstwo Opolskie), in dessen Rahmen sie seit 1327 der tschechischen Oberherrschaft unterlag. Dann fand sich Krapkowice, ähnlich wie das ganze Schlesien, erstmals im Gebiet und später unter der Regierung der Habsburger. 1557-1561 hat der Kaiser Ferdinand Habsburg Krapkowice für das ihm gewährte Darlehen an Joachim Buchta von Otmęt in Pacht gegeben. 1582 hat der Kaiser Rudolf II. Habsburg die Stadt zusammen mit allen Gütern an den Grafen Hans Joachim von Redern veräußert. Ca. 1678 wurde anstelle des mittelalterlichen Gebäudes eine neue, prachtvolle Residenz im Spätrenaissancestil von den Redern erbaut. Sie wurde auf einem Viereckplan mit einem Innenschlosshof errichtet.

Die Bastei und Schutzmauern in Krapkowice.jpeg Unter der Herrschaft des Geschlechts von Redern wurde Krapkowice zu ihrer jetzigen Form ausgebaut. Die Stadt bestand aus: dem Schlossgelände mit eigenen Schutzmauern, dem Stadtzentrum innerhalb der Schutzmauern und den Vorstädten Oracze und Błonie. In dieser Zeit, nach mehreren Brandfällen, wurden die Stadt und das Schloss durch einen mächtigen Brand am 16. Juni 1722 zerstört – man fing an aus Stein zu bauen. Damals wurden das Schloss, die Schutzmauern, drei Basteien, die Kirche und mehrere Gebäude erbaut. Anfang des 16. Jahrhunderts haben die Redern eine Holzbrücke errichtet, die Krapkowice mit Otmęt verband. Die Brücke hielt bis 1741. Der Marktplatz umfasste die Fläche von 4 Morgen und hatte die Form eines Quadrats. Im Mittelpunkt stand das hölzerne Rathaus, die übrige Bebauung war ebenfalls aus Holz. Das Stadtzentrum war von ovalen Schutzmauern umgeben, die auf Holzgitter errichtet wurden. Einwohner der Stadt Krapkowice waren: Handwerken und Händler (Marktplatz), Landwirte (Oracze), Fischer und Flößer (Błonie). Infolge des österreichisch-preußischen Krieges gelangte Krapkowice 1742 unter die preußische Herrschaft. Krapkowice war bis zum 1765 das Eigentum des Geschlechts von Redern, folglich gehörte sie bis 1945 dem Geschlecht von Haugwitz.

Marktplatz in Krapkowice_1900-1920.jpeg Marktplatz in Krapkowice_1910.jpeg Marktplatz in Krapkowice_1925.jpeg Marktplatz in Krapkowice_1965.jpeg

Marktplatz in Krapkowice.jpeg Die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts ist eine besonders dramatische Zeit in der Geschichte von Krapkowice und ihrer Einwohner. Die Stadt wurde durch Brände zerstört. Nach einem von denen, im Jahre 1854, wurden die Ruinen des verbrannten Rathauses abgetragen, welches nie wieder auf dem Marktplatz in Krapkowice zurückgekehrt ist. 1847 wurde Schlesien von einer Hungerkatastrophe heimgesucht, vor der auch Krapkowice nicht verschont blieb. Erst die 70-er Jahre haben eine gewisse Verbesserung gebracht. Nach dem für Frankreich verlorenen preußischen Krieg 1871 bekam die Stadt eine Kriegskontribution aus Frankreich, die für die Entwicklung des Preußens bestimmt war.

Krapkowice.jpeg Die Wende des 19. zum 20 Jahrhunderts war für Krapkowice eine Zeit der intensiven Entwicklung. Die Stadt wuchs an, viele Leute, die auf der Arbeitssuche waren, wanderten ein. Sofort entstanden hier industrielle Betriebe. 1887 wurde nach 146 Jahren die Brücke über die Oder errichtet, was die Kommunikation zwischen Otmęt und Strzelce Opolskie erleichterte. 1894 wurde das Krankenhaus mit Kanalisations- und Wasserversorgungsanlagen und Badeanstalten erbaut. 1896 wurde die durch Krapkowice verlaufende Eisenbahnlinie zwischen Gogolin und Prudnik eingelegt. Dank dem entwickelte sich die hiesige Industrie. Die Regelung des Flusslaufes der Oder und der Neubau einer Schleuse haben zur Entwicklung des Flusstransports beigetragen, was die Attraktivität dieser Gebiete steigerte und eine rasche Handelsentwicklung verursachte.

Mühle in Krapkowice.jpeg Anfang des 20. Jahrhunderts existierten schon: eine Papierfabrik, die Kalköfen, zwei Sägemühlen, eine Dampfziegelei, Mühle, sowie eine Pappen-, Karton- und Cellulosefabrik.  1903 wurde hier ein Kraftwerk errichtet, das 1914-1917 voll in Betrieb genommen wurde. 1913 - 1915 wurde ein Wasserturm gebaut und ein Wasserleitungsnetz gelegt. Ende der zwanziger Jahre ist Krapkowice zum wichtigen Standort der wirtschaftlichen Entwicklung der Region geworden. Die Stadt ist deutlich wieder aufgelebt worden, und die Einwohnerzahl stieg vom Jahr zum Jahr. An der Schwelle des II. Weltkrieges zählte Krapkowice 5600 Einwohner.

BATA in Krapkowice.jpeg 1930 hat der Graf Sponek, der Eigentümer von Otmęt, seine Landesgüter an die tschechische Schuhfirma Bata veräußert, die hier in Otmęt eine Schuhfabrik aufgebaut hat. Ende 1931 startete die erste Produktion der textilen Damenschuhe, der sog. „Satinschuhe“. Man begann auch Gummischuhe, die sog. „Wellingtons”, und Turnschuhe zu produzieren. In dieser Zeit waren 210 Mitarbeiter im Betrieb angestellt. 1931 wurde der Sitz der Fa. „Bata” von Berlin nach Otmęt verlegt. Mit dem Bau der ersten Produktionshalle wurden gleichzeitig der Bau eines Gebäudes für die Arbeiterunterkunft und der Bau von sechs Wohngebäuden angefangen, von denen zwei auch für die Arbeiterunterkunft bestimmt wurden.

Krapkowice hat während des II. Weltkrieges nicht gelitten, dank dem viele Denkmäler und industrielle Vorkriegsgebäude in der Stadt erhalten blieben. Seit März 1945 gehört Krapkowice zusammen mit Otmęt zum polnischen Staat und seit 1950 zur Woiwodschaft Opolskie.

Beide Ortschaften Krapkowice und Otmęt entwickelten sich dank der Industrie und dem Handel, als auch der guten Verbindung mit industriellen Bezirken, Bahnlinien und Flussstrecken.

Einwohnerzahl in einzelnen Jahren: Jahr 1534 , 400 Einwohner

Am 1. Januar 1956, sechs Jahre nach dem Entstehen der Woiwodschaft Opolskie, wurde der Kreis Krapkowice (aus den Grenzgebieten der Kreise Opole, Strzelce Opolskie und Prudnik) gegründet. Er unterschied sich von den anderen durch seinen industriellen Charakter und einen hohen Landwirtschaftsniveau. Die Fläche des Kreises betrug 431,5 Quadratmeter und wurde von 60 Tausend. Menschen bewohnt. Wirtschaftlich betrachtet war es ein stark industriell entwickelter Kreis. Der Kreis Krapkowice hat 10 % der gesamten Produktion der Woiwodschaft geliefert, in dem er 4,5% der gesamten Fläche der Woiwodschaft umfasste und 6 % der Einwohner besaß. Daneben verzeichnete auch die Landwirtschaft ein hohes Niveau.

Wohnsiedlungen XXX-lecia in Krapkowice.jpeg Nachdem Krapkowice zur Kreisstadt ernannt wurde, haben sich die Industrie und das Bauwesen entwickelt. Drei Wohnsiedlungen: 1000-lecia, XXX-lecia und Sady, sowie zwei Einfamilienhaussiedlungen wurden neu erbaut. Der Ausbau von industriellen Betriebsstätten und der Neubau des Zementwerkes "Górażdże" haben zur weiteren Entwicklung der Stadt beigetragen. 1961 wurde Otmęt in die Stadt Krapkowice eingemeindet.

Nach der Liquidation der Kreise entstand 1975 die Gemeinde Krapkowice, die folgende Dörfer umfasste: Borek, Dąbrówka Górna, Gwoździce, Kórnica, Nowy Dwór Prudnicki, Pietna, Rogów, Steblów, Ściborowice, Żużela, Żywocice.

Der Wasserpegel wurde an der Oder, am Eichendorff-Platz in Krapkowice.jpeg 1997 wurde Krapkowice von einem tragischen Hochwasser heimgesucht. Die damaligen Zerstörungen sind heute nicht mehr zu sehen. Zum zehnten Jahrestag dieser dramatischen Ereignisse fand eine offizielle Enthüllung und Weihe des an das Hochwasser im Juli 1997 erinnernden Wasserpegels statt. Der Wasserpegel wurde an der Oder, am Eichendorff-Platz in Krapkowice errichtet. Auf dem Obelisk steht: „Sei die Natur unser Freund” – zum Andenken an das große Hochwasser im Juli 1997 – Einwohner der Stadt und Gemeinde Krapkowice. Juli 2007.

Nach der Verwaltungsreform am 1. Januar 1999 wurde Krapkowice erneut zur Hauptstadt des Kreises Krapkowice ernannt und übt die Funktion eines Verwaltungs-, Handel- und Kulturzentrums dieser Region aus.

  Marktplatz in Krapkowice_1.jpeg   Stadt- und Gemeindeamt Krapkowice.jpeg   Die Bastei und Schutzmauern in Krapkowice(1).jpeg
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  Marktplatz in Krapkowice.jpeg
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